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3 Mazurken Opus 59

Diese drei Mazurken erschienen 1845 also 13 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung dieses Genres. Sie wurden in Deutschland nicht etwa, wie sonst, bei Breitkopf in Leipzig herausgegeben, sondern in dem neuen Berliner Verlagshaus Stern & Co. Auch in Paris hatte Chopin mit Branus, Dufour et Cie einen neuen Verleger. Ihm hatte Schlesinger seinen Verlag vekauft, und seit dieser Zeit gab Brandus die Werke Chopins in Paris heraus.

Chopin hat sich vom jungen, agilen Künstler zum reifen, nachdenklichen, von schwerer Krankheit betroffenen Komponisten gewandelt, der sein baldiges Ende kommen sieht. Man merkt diese innere Haltung den letzten Mazurken deutlich an: die aus den früheren Mazurken bekannte rhythmische und dynamische Energie ist zurückgegangen zugunsten einer subtileren, poetischeren Schreibweise.

Mazurka op.59 Nr.1 in a-moll

Diese erste Mazurka strahlt eine Stimmung von Melnacholie und zugleich Verbitterung aus. Bei der zu Beginn eingeführten bescheidenen Melodie könte man meinen, einen schlichten Kujawiak zu vernehmen, dies ist aber nur Schein. Denn der im weiteren Verlauf angenommene Habitus ist von subjektiver Distanz und Rafinesse geprägt, wobei der charakteristische Chopinsche Spätstil mit seinen komplizierten Mitteln voll zur Geltung kommt. Das aus drei Phrasen zusammengesetzte Thema wechselt einige Male die Tonart, entsprechend dem unbeständigen Melodieverlauf mit seinen zuweilen irreführenden Wendungen. Noch deutlicher wird dies im Seitenthema, wo die jähen, mittels Chromatik und Enharmonik vollzogenen Tonartwechsel alle zwei Takte auftreten.

Auch der Mittelteil (in A-Dur) spart nicht mit komplexen Klangverbindungen, was nicht zuletzt mit den mannigfaltigen harmonischen Funktionen, der Chromatik, Polyphonie und den verdichtetem Übergangsdissonanzen zusammenhängt.

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Mazurka op.59 Nr.2 in As-Dur

In einem einfacheren Stil ist die zweite - heitere - Mazurka As-Dur gehalten, welche auf einer ebenmäßigen und anspruchslosen Melodie gründet. Diese gestaltet sich zunächst wie ein kleines Liedchen, später, in der Faktur verstärkt, wie ein schwungvoller Mazur. Sehr erlesen sind die Farben, welche die Coda neu einbringt, indem sie (unter der Verwendung unerwarteter harmonsicher Folgen) die Motive des Themas umgestaltet. Des weiteren enthält dieses Komposition einen versteckten Kontrapunkt mit eine der kompliziertesten, gleitenden, chromatischen Harmoniefolgen.

pfeil Noten als

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Mazurka op.59 Nr.3 in fis-moll

Die emotional ausgeprägzeste Mazurka ist in diesem Opus die dritte, in fis-moll. Der Zuhörer wird durch ein energisches, feuriges und leidenschaftliches Thema (Vivace) mitgerissen, das zugleich aber auch von Wehmut erfüllt ist. Auffällig ist seine sonderbare Struktur: Nach dem ersten Aufschwung mit lydischer "Zigeuner" Quart entwickelt sich die Melodie auf einem einzigen Motiv weter, das in einer absteigender Sequenz stur und leidenschaftlich bis ans Ende der achttaktigen Periode führt. Dank harmonischer und kleiner interballischer Veränderungen lässt dieses Motiv verschiedene Ausdrucksnuancen erkennen, die besonders dann, wenn das Thema in unterschiedlichen Varianten wiederkehrt, von besonderem Reiz sind. Obgleich der Komponist in dem Stück, immer an demselben, unzählige Male pulsierenden Motiv festhält, kommt keine Monotonie auf, denn er greift darin immer wieder auf neue, mannigfalti gestaltete Farbtöne zurück und verleiht der Mazurka somit ganz unterschiedliche emotionale Bedeutungen.

Ab dem Mittelteil in Fis-Dur erhält die Mazurka immer mehr den Charakter eines Poems oder gar einer Phantasie, was mit dem sehr verschiedenartigen, ja launenhaften Verlauf zusammenhängt, bei dem she rgegensätzliche Ideen nebeneinandergestellt werden (diatonische Abschnitte im Charakter eines "Oberek", lyrische Chromatik). Die Krönung dieses Teils ist eine kurze Episode, die das Hauptthema durchführt (Takte 89-104), indem sie zunächst die Motive der linken Hand sequenziert und diese danach in einem polyphonen Satz unter Anwendung strenger Imitation verarbeitet. Diese Episode geht nahtlos zur Reprise des Themas über, die verkürzt ist, um neuen chromatischen Ausdruck Plazu zu verschaffen. Die komplizierte Harmonik hellt sich nun plötzlich wieder auf, und der einfache Oberek in Dur kehrt wieder. Das Werk endet im einfachen Fis-Dur mit einer kurzen und schwerfälligen Coda (so, als wäre sie plötzlich von Müdigkeit übermannt) im tiefen Register.

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Quellenangaben

  1. Tadeuz A. Zielinski: "CHOPIN - Sein Leben, sein Werk, seine Zeit"
  2. http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/mus/18366.html

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